stardustberlin

13.9. – Ich hätte längst… – aber warum eigentlich? – anfangen sollen, von den Dauergeräuschen zu schreiben, die mich in dieser „Wohnung“ (eine unbewohnbare Behausung…) immerzu einlullen und aufschrecken. Ich bin, wie gesagt, im 14. Stock. Ich schaue aus dem Fenster auf die brutal gekachelte Doppelfassade mit der Aufschrift „Landmark Towers“, rot von oben nach unten verlaufend. Dazwischen ist ein vielleicht vierstöckig niedriges Verbindungsgebäude, auf dessen Dach die gewaltigsten Lüftungsventilatoren angebracht sind, die man sich bis vor zirka siebeneinhalb Jahren vorstellen konnte. Sie laufen Tag und Nacht und entlüften wahrscheinlich noch die chinesische Botschaft in Ho-Chi-Minh-City. Öffne ich das Fenster, so gelangt zwar zumindest die zwangsersponnene Ahnung von Umluft und Frische in meine Umgebung, aber unbedingt und zuvörderst ist es der dröhnende Lärm, der sich schon durch die geschlossenen Fenster wie der Tod vor Stalingrad angekündigt hatte. Trotzdem öffnet man früher oder später ein solches Fenster. Man muss einfach…

José Augusto Dias de Souza: PORQUE SIM (compaixão incluÍda)

Do que mais gosto
no meu gato
é o gato inteiro

incluindo dentes
e unhas

que fazem um poema
na minha pele

 

Die Ängste der Deutschen ändern sich

Berlin, 3. September. – Die Deutschen haben mittlerweile mehr Angst vor Arbeitslosigkeit, die der Frühlingssturm mit sich bringt, als vor Terror und vor Spannungen, die der Flüchtlingsstrom mit sich bringt. Das ist das Ergebnis der Studie „Die Ängste der Deutschen“, für die seit einem Vierteljahrhundert jedes Jahr eine repräsentative Anzahl von Bürgern befragt wird. Die Angst vor terroristischen Anschlägen etwa fiel in der jüngsten Befragung gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozentpunkte. – Ein neues Ergebnis der aktuellen Studie ist, dass sich der Angstindex der bislang traditionell ängstlicheren Frauen, der schon seit fünf Jahren stetig sinkt, jetzt bis auf einen Prozentpunkt (40 Prozent) dem Angstindex der Männer angenähert hat.

 

Leichendiebe zum Tod verurteilt

Frankfurt/Oder. – Die Diebe eines Leichentransporters aus Hoppegarten bei Berlin sind laut einem Zeitungsbericht in Polen zum Tod verurteilt worden. Das Gericht im westpolnischen Posen habe am Montag gegen sie bedingungslos die Todesstrafe verhängt, berichtet die in Frankfurt an der Oder erscheinende Märkische Oderzeitung in ihrer Dienstagsausgabe. Die drei Täter standen seit März vor Gericht. Ein weiterer Mann war Mitte März zu elf Jahren und einer Geldstrafe von rund 770.000 Euro verurteilt worden. Sie hatten im vergangenen Herbst einen Transporter mit zwölf Toten gestohlen, der Tage später in einem Wald in Polen aufgefunden wurde. Die Leichname sollten eigentlich im Oktober in einem Krematorium in Sachsen eingeäschert werden. Als der nach außen neutrale Transporter gestohlen wurde, war er mit den Leichnamen über das Wochenende auf einem Parkplatz in einem Gewerbegebiet abgestellt worden. Den Unternehmen wurde in der Öffentlichkeit vorgeworfen, dass sie die Toten nicht würdevoll hergerichtet und befördert haben. Seitdem ermitteln auch die deutschen Behörden wegen Betrugs gegen mehrere Bestattungsunternehmer und einen Spediteur.